
Das sind wir
FUSS e. V. Ortsgruppe München
Als Ortsgruppe des FUSS e. V. setzen wir uns für das Zufußgehen in München ein. Wir geben Fußgänger*innen in München eine Stimme. Wir machen auf Probleme für Fußgänger*innen aufmerksam und fordern Lösungen ein. Wir suchen den Austausch mit anderen Vereinen und Initiativen, die sich für nachhaltigen Verkehr und ein lebenswertes München einsetzen.
Auf unserer Website fassen wir unsere aktuellen Positionen für das Zufußgehen in München zusammen und stellen unsere Projekte vor.
Wenn du uns kennenlernen möchtest, über das Zufußgehen in München sprechen möchtest oder Fragen an uns hast: Schau einfach bei einem unserer Treffen vorbei oder schreib uns eine Mail. Unsere Sprecherin Anais Schuster Brandis erreichst du unter
muenchen@fuss-ev.de
Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen.
Wir sind die Ortsgruppe für München und Umgebung des bundesweit aktiven Vereins FUSS e. V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Der Verein setzt sich für die Verbesserung und Förderung des Fußerkehrs in Deutschland ein.
Die Website von FUSS e. V. erreichst du unter:
www.fuss-ev.de.
Dort findest du aktuelle Themen und Termine, umfassende Planungshilfen für die Fußverkehrsplanung, relevante Rechtsgrundlagen zum Thema Fußverkehr, Anregungen zur Untertützung des Fußverkehrs und vieles mehr rund um das Zufußgehen.

Das wollen wir
Unsere Positionen
Wir alle sind zu Fuß unterwegs. Manchmal gehen wir den ganzen Weg bis ans Ziel, manchmal nur bis zur nächsten Haltestelle oder zum Fahrrad. Zufußgehen findet überall und zu jeder Zeit statt. Ohne Zufußgehen ist keine selbstbestimmte Teilhabe am öffentlichen Leben möglich.
Wir wollen dass alle Menschen gern, sicher und oft zu Fuß gehen – in einem lebendigen, grünen und gesunden München.
Um das zu erreichen, braucht es viele Veränderungen in München. Erfahre hier mehr über unsere konkreten Forderungen:

Wir fordern für München:
Sicherheit und Standards
Fast die Hälfte der 191 Verkehrstoten in München zwischen 2010 und 2021 waren Fußgänger*innen. Wir brauchen daher eine schnelle Umsetzung der Vision Zero (keine Getöteten und Schwerverletzten im Verkehr). Dafür brauchen wir dringend einen klaren Vorrang von Verkehrssicherheit vor Geschwindigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs.
Kinder lernen noch, sich im Verkehr zurecht zu finden und müssen besonders geschützt werden. Außerdem sind Kinder beispielsweise hinter parkenden Autos oft nicht sichtbar.
Wir fordern die Umsetzung von viel mehr Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und Eigenständigkeit von Kindern auf Schulwegen. Konkret braucht es freie Sichtbeziehungen zwischen Kindern und Autofahrer*innen an allen Querungsstellen, Kreuzungen und Einmündungen sowie viel mehr Zebrastreifen und Geschwindigkeitsreduzierungen (Tempo 30 oder weniger). Diese Maßnahmen braucht es nicht nur direkt vor dem Schuleingang sondern auf allen relevanten Straßen im Schulumfeld.
Da alle Menschen als Fußgänger*innen unterwegs sind, müssen Fußwege auch für alle Menschen sicher und komfortabel sein. Wir fordern, dass Gehwege und Querungsstellen nur noch barrierefrei geplant werden durch konsequente Anwendung von DIN 18040-3.
Autos verschwenden viel kostbaren Münchner Stadtraum. Fußgänger*innen bleibt oft nur eine Restfläche zwischen Hauswänden und fahrenden oder parkenden Autos. Aber auch sicheres und komfortables Zufußgehen erfordert ausreichend Platz. Wir fordern, dass die nutzbare Mindest-Gehwegbreite von 2,5 + X Metern gemäß RASt und EFA in München von der Ausnahme zur Regel wird. Insbesondere fordern wir, dass Parkplätze sowie zwei oder mehr Fahrstreifen erst nach Sicherstellung der nutzbaren Mindest-Gehwegbreiten geplant werden (Planung des Straßenquerschnitts „von außen nach innen“).
Mit der Mobilitätsstrategie 2035 hat sich die Landeshauptstadt München das Zwischenziel gesetzt, dass die Münchener*innen bis 2025 80 % ihrer Wege zu Fuß, mit dem Rad, mit dem ÖPNV oder mit abgasfreien Kraftfahrzeugen zurücklegen. Wir fordern, dass dieses Zwischenziel 2025 überprüft und eingehalten wird. Sollte das Zwischenziel verfehlt werden, sind umgehend ausreichende Sofortmaßnahmen zu ergreifen, um das Zwischenziel umgehend zu erreichen.
Der Fußverkehr bildet gemeinsam mit dem Radverkehr und dem öffentlichen Verkehr den Umweltverbund. Fast alle Wege innerhalb des mittleren Rings können zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden. Das Bus- und Bahnangebot des mittleren Rings ist hervorragend. Weite Wege müssen nicht schon an der Haustür mit dem Auto beginnen. Zur Erreichung der Klimaziele brauchen wir die Verkehrswende bis 2035. Bis 2035 müssen daher 90 % der Wege, die innerhalb des mittleren Rings beginnen oder enden zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bus oder der Bahn zurückgelegt werden. Wenn wir die Verkehrswende im Mittleren Ring Münchens nicht schaffen, wo dann?

Wir fordern für München:
Freie Gehwege
Für sicheres, barrierefreies und komfortables Gehen müssen Gehwege und Querungsstellen frei von Hindernissen und Sichtbehinderungen sein. Wir fordern das konsequente Ahnden von Gehwegparken. Insbesondere müssen Gehwege in Straßen mit bislang toleriertem Gehwegparken schrittweise aber zügig befreit werden. In einer kurzen Einführungsphase sollen nicht unmittelbar gefährdende Gehwegparker*innen zunächst nur auf die Regeln der StVO und die Behinderung von Fußgänger*innen hingewiesen werden. Unverzüglich müssen Polizei und Verkehrsüberwachung gegen das regelwidrige Halten und Parken an Querungsstellen und auf Schulwegen vorgehen.
Auch andere Hindernisse gehören nicht auf Gehwege. Daher fordern wir, dass Parkscheinautomaten, Ladesäulen und andere Einrichtungen nicht auf Gehwegen errichtet werden und Motorräder, Fahrräder und E-Scooter nicht auf Gehwegen abgestellt werden bzw. nur außerhalb der erforderlichen Mindestgehwegbreiten (2,5 m + X – siehe Forderung „Fußgänger*innen brauchen Platz). Dafür braucht es mehr Fahrradabstellanlagen auf der Fahrbahn.
Beim Flanieren und Spazieren sind Fußgänger*innen nicht in Eile. Wer zu Fuß von A nach B gelangen möchte, bevorzugt dagegen direkte und zeitsparende Wege und wird leider an zu vielen Plätzen und Kreuzungen in München enttäuscht. Wir fordern eine höhere Priorität für intuitive und direkte Fußwege bei der Gestaltung von Plätzen sowie direktere und zeitsparende Wegführungen für Fußgänger*innen an Kreuzungen.
Wir fordern mehr Sicherheit für Fußgänger*innen an Baustellen durch ausreichend breite Gehwege, die räumliche Trennung von Radfahrer*innen und regelmäßige Kontrollen der Verkehrsführung an Baustellen. Bevor Gehwege auf einer Seite gesperrt werden oder bevor Fußgänger*innen und Radfahrer*innen gemeinsam geführt werden müssen Fahrstreifen auf der Fahrbahn und Fahrstreifenbreiten reduziert, Einbahnstraßenregelungen geprüft und Möglichkeiten zur Reduzierung der Baustellenflächen maximal ausgeschöpft sein.

Wir fordern für München:
Einfach Queren
Wir fordern die Verbesserung von 50 Querungsstellen in München pro Jahr.
Wir fordern die Planung von Lichtsignalanlagen (Ampeln) mit einer Fußgänger*innen-Räumgeschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde.
Wir fordern dass Lichtsignalanlagen (Ampeln) so geplant werden, dass Fußgänger*innen, die bei Grünzeitbeginn losgehen die gegenüberliegende Straßenseite in einer Grünphase erreichen können und nicht auf Verkehrsinseln warten müssen, damit der Kfz-Verkehr besser fließen kann.
Sicheres, komfortables und barrierefreies Gehen braucht viele Möglichkeiten zum Queren von Straßen. Wir fordern eine hohe Dichte unterschiedlicher geeigneter Querungsmöglichkeiten, die der ausgeprägten Umwegempfindlichkeit von Fußgänger*innen gerecht wird.
Wir fordern die Umkehr des Vorrangs an Fußgänger*innen-Ampeln: Fußgänger*innen-Ampeln zeigen grundsätzlich Grün für querende Fußgänger*innen und wechseln nur bei Bedarf auf Grün für den Längsverkehr.
Autos können an Ampel-Kreuzungen in der Regel bei Grün direkt in alle Richtungen fahren und abbiegen. Fußgänger*innen müssen dagegen zwei mal auf Grün warten, wenn Sie in eine andere Straße „abbiegen“ möchten: Einmal entlang der Straße aus der sie kommen, und noch einmal entlang der Straße in die sie „abbiegen“ möchten. Damit Fußgänger*innen nicht weiter doppelt warten müssen, fordern wir für Münchens Ampel-Kreuzungen zusätzlich zu den gemeinsamen Phasen für Fuß- und Fahrverkehr eigene Phasen bei denen alle Fußgängerampeln gleichzeitig grün zeigen (Rundum-Grün).

Wir fordern für München:
Gutes Miteinander
Autos mit 50 km/h werden in kritischen Situationen zur Lebensgefahr. Schnelles Fahren passt daher nicht in den dicht besiedelten Lebensraum von 1,5 Millionen Menschen. Wir fordern, dass in München Tempo 50 flächendeckend durch maximal Tempo 30 abgelöst wird. In Stadtteilzentren und rund um Schulen und andere kritische Einrichtungen soll die Geschwindigkeit noch weiter reduziert werden.
Fußverkehr, Radverkehr und ÖPNV bilden gemeinsam den Umweltverbund und haben un-terschiedliche Aufgaben bei der Verkehrs- und Klimawende. Konflikte müssen erkannt und für ein sicheres Miteinander entschärft werden. Wir fordern die Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Förderung gegenseitiger Rücksichtnahme sowie Maßnahmen zur Verdeutlichung von Konfliktpunkten und – dort wo erforderlich – zur Verdeutlichung von Vorrangregeln.
Wir fordern, klar erkennbare Regelungen für das Queren von Radwegen an Fußgängerüberwegen (Zebrastreifen) und Lichtsignalanlagen (Ampeln). Überall dort, wo ein Fußgängerüberweg über die Fahrbahn führt, muss auch ein Fußgängerüberweg über den Fahrbahn begleitenden Radweg führen (siehe R-FGÜ Nummer 3 Satz 4). Überall dort, wo Fußgänger*innen die Fahrbahn mittels Lichtsignalanlage queren, muss Rot für den Fahrzeugverkehr auf der Fahrbahn auch für Radfahrer*innen auf die Fahrbahn begleitenden Radwegen gelten – durch Markierung einer Haltelinie auf dem Radweg und dort wo erforderlich durch zusätzliche Signalgeber.
Die meisten Fahrgäste gehen zu Fuß zu Haltestellen und Bahnhöfen. Haltestellen und Bahnhöfe müssen daher gut zu Fuß erreichbar sein. Wir fordern, dass Ampeln an Haltestellen so geschaltet werden, dass Fahrgäste einfahrende Straßenbahnen und Busse gut erreichen können. Außerdem fordern wir, bezugnehmend auf §20 Abs. 1 und 2 StVO, dass in München beim Ein- und Aussteigen das Verlassen und Erreichen von Haltestellen in Mittellage auf ganzer Länge der Haltestellen ermöglicht wird.

Wir fordern für München:
Attraktive Räume
Wir fordern mehr Schatten und Erholungsmöglichkeiten für Fußgänger*innen durch mehr Bäume und Bänke an Gehwegen und Aufenthaltsflächen. Parkplätze bilden dafür ein großes Flächenpotenzial.
Fußgängerzonen, Spielstraßen, und verkehrsberuhigte Bereiche können einen hohen Schutz und Komfort für Fußgänger*innen bieten schaffen Raum für Aufenthaltsqualität schaffen. Wir fordern mehr Fußgängerzonen in Quartierszentren, in Stadtteilzentren und weiteren Bereichen mit hohem Fußverkehrsaufkommen. Außerdem fordern wir mehr Spielstraßen und verkehrsberuhigte Bereiche in allen Stadtbezirken.

Das kannst du tun
Münchens Fußverkehr braucht dich
Dem Fußverkehr in München geht es gar nicht gut. Den offiziellen Mobilitätserhebungen zufolge lag der Anteil der Wege, den die Münchener*innen 2017 zu Fuß zurücklegten nur noch bei 24 %. 2012 sollen es noch 29 % gewesen sein. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Autos in München immer weiter an. 2008 kamen auf 1.000 Münchner*innen rechnerisch 458 Autos. 2022 sind es schon 494 Autos pro 1.000 Münchner*innen. Zum Vergleich: In der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Kleve mit etwa 50.000 Einwohnern gab es 2008 rechnerisch 493 Autos je 1.000 Klever*innen. 2022 hat München hier also „endlich“ aufgeschlossen. Nicht falsch verstehen: Kleve ist eine hübsche Stadt mit einer feinen Fußgängerzone samt Kanal und Burg. Aber beinahe 500 Autos je 1.000 Einwohner passen vorne und hinten nicht in eine Großstadt wie München. Daher sehen wir Autos leider immer öfter dort, wo eigentlich Fußgänger*innen gehen, Radfahrer*innen fahren oder Bäume wachsen könnten.
Wenn du diesen Entwicklungen entgegen wirken möchtest, engagier dich für das Zufußgehen in München:
Bitte hilf dem Fußverkehr, damit alle Menschen gern, sicher und oft zu Fuß gehen können – in einem lebendigen, grünen und gesunden München.